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Angelgeschichten



Bei dir piepst's wohl !
Datum 29.03.2010
Autor Administrator
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Es war so Anfang der 90er Jahre. Mit meinem Freund Holli hatte ich eigentlich so jede GewÀsser im Umkreis von 200 km nach guten Angelstellen abgegrast. Mal mit gutem, mal mit weniger gutem Erfolg. Es war einfach mal wieder Zeit, was neues auszuprobieren.

Bei einem Kurzurlaub mit dem Wohnwagen hatte es meine Frau und ich mal zu den Benelux- LĂ€ndern, genau genommen nach Belgien, verschlagen. Neben Urlaub war natĂŒrlich auch Angeln angesagt. So entdeckten wir einen kleinen Kanal in der NĂ€he des StĂ€dtchens Turnhout. Beim Nachtangeln hatte ich dort einige ordentliche Aale ĂŒberlisten können. Auch sonst war die ganze Gegend angeltechnisch gesehen ein Traum. Das dichte Netz der KanĂ€le und der Ă€ußerst geringe Schiffsverkehr luden zum Angeln geradezu ein.

Holli und ich hatte ein langes Wochenende, das Wetter schien prima zu werden und so fasten wir den Entschluss, es mal im belgischen Flandern zu versuchen. Wie gesagt, langes Wochenende. Freitag um 14.00 Uhr saßen wir im Wagen. Um 16.00 Uhr standen wir schon am Postschalter von Turnhout, um uns unsere Lizenz zum Angel zu kaufen. Eine Stunde spĂ€ter waren wir schon dabei unsere AngelgerĂ€te fĂŒr die Nacht zusammen zu bauen.

Argwöhnisch begutachtete Holli meine neuste Errungenschaft. Ich hatte mir elektr. Bissanzeiger zugelegt. Die damals noch sehr teuren Optonics waren es zwar nicht, dafĂŒr aber eine preiswerte Alternative. Das technische Prinzip - einfach aber wirkungsvoll. Das kleine Teil wurde mit einem Gummiband am Griff der Angelrute befestigt, die Angelschnur wurde an einem Clip festgeklemmt. Bei einem Anbiss und Zug auf die Angelschnur wurde eine feine Achse bewegt, die wiederum einen Kontakt schloss. Eine kleine 9 Volt- Blockbatterie erzeugte daraufhin eine Piepston. Per Knopfdruck konnte das Piepsen wieder abgeschaltet werden. Echt feine Technik, nur geholfen hat es mir erstmal nichts. Lediglich zwei kleinere Aale gingen an die Angel mit Leuchtpose, aber ohne Piepser.

Am nĂ€chsten Morgen musste ich noch einige EinkĂ€ufe tĂ€tigen und entdeckte dabei wie zufĂ€llig einen superschönen mittelgroßen See. Dort befand sich auch eine FischerhĂŒtte, mit etlichen belgischen Anglern.

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Meine mageren niederlÀndichen und deren guten deutschen Sprachkenntnisse machten eine Unterhaltung leicht und so erfuhr ich:

- VereinsgewÀsser
- Tagesgastkarte 2 DM / Wochenschein 7 DM
- Ă€ußerst guter Fischbestand an Brassen, Karpfen u. Aal
- in der FischerhĂŒtte lecker gezapftes belgisches Bier

- und dazu auch noch eine ausgesprochen nette Wirtin.

Bei unseren Angeln angekommen brauchte ich Holli nicht lange zu ĂŒberreden. Ruckzug war unser Lager am Kanal abgebrochen und etwas spĂ€ter saßen wir an der Theke

der FischerhĂŒtte bei einem kĂŒhlen Bier und einem sehr angenehmen Schnack mit Lydia der Wirtin. Ă„Ă€hm, wir mussten ja schließlich die Angelscheine kaufen.

Zum Angeln sind wir irgendwann doch auch noch gekommen. Gegen Abend rĂŒckten dann noch etliche Karpfenspezies an, die wohl auch eine Nachtschicht eingeplant hatten. GrundsĂ€tzlich habe ich nichts gegen die Karpfenangler, den Futterneid kann bei den unterschiedlichen Zielfischen kaum aufkommen. Mich stört wohl das dauernde Gepiepse von deren Optonics, was Nachts ja bekanntlich noch lauter schallt.

Wir hatten jedenfalls unsere Grundruten ausgelegt und - warum auch immer - befiel uns recht frĂŒh am Abend bleiernde MĂŒdigkeit und irgendwann, noch vor Mitternacht muss erst Holli und kurze Zeit spĂ€ter ich am Wasser eingeschlafen sein. Ich wurde wach, als gerade die Sonne aufging. Ursache dafĂŒr war ein GerĂ€uschpotpourie aus Hollis Schnarchen und ein nerviges Piepsen. Ich brauchte schon einen Augenblick, um den Durchblick zu bekommen. Das Piepsen kam von meinem Bissanzeiger. Als ich den Signalton per Knopfdruck quittiert hatte hörte ich von der gegenĂŒberliegenden Halbinsel ein mehrstimmiges, erleichtertes

"Gooood verdammig !"


SpĂ€ter beim FrĂŒhschoppen an Lydias Theke haben wir die bemitleidenswerten Karpfenangler dann auch getroffen. Sie beklagten sich, dass das Gepiepse von meinem Bissanzeiger sie wohl die ganze Nacht völlig entnervt hatte. Nach Bestellung der nĂ€chsten Runde Bier konnte ich die Deutsch - Belgische Freundschaft dann einigermaßen wieder herstellen.

Das Fangergebnis fĂŒrs Wochenende war zwar nicht so berauschend, trotzdem sind wir in den folgenden Jahren immer wieder mal zu dem schönen See nach Belgien gefahren.

Mehr als einmal musste ich mir auf flÀmisch den Spruch anhören:

"God verdammig, met u piept het"(frei ĂŒbersetzt - Gottverdammig, bei dir piept es wohl


© Harald Will (2007) www.k-h-o.de

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