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Angelgeschichten



War das der Fisch meines Lebens ?
Datum 29.03.2010
Autor Administrator
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Seite 1 von 1
Ich habe meinen ersten Wels gefangen.


Kurze Vorgeschichte:
Eigentlich bin ich "Zanderangler", doch seit geraumer Zeit spiele ich mit dem Gedanken am Rhein gezielt auf Wels zu fischen. Die eine oder andere Erfolg versprechende Stelle hatte ich schon in die engere Wahl gezogen. Doch sollte so etwas gut geplant und vorbereitet sein.

Mit der Planerei ist das nun so eine Sache. Mit anderen Worten, seit etwa 4 Monaten "kaufe" ich mir das passende Ger├Ąt, aber au├čer einigen gro├čen Haken liegt noch nichts im Angelkeller.



Aber nun zum Thema:

Gestern hatte ich nach langer Durststrecke endlich wieder etwas Zeit und bin wie gewohnt an den Rhein gefahren um die Zander zu ├Ąrgern und mit ein wenig Gl├╝ck auch den einen oder anderen zu fangen.

Nach ca. einer halben Stunde, ein erster kurzer Ruck in der Rute. Ich hatte den Twister kurz ├╝ber Grund gef├╝hrt und merkte gleich, dass am anderen Ende der Leine ein Zander der "Mitnehmklasse" hing (mein pers├Ânliches Schonma├č habe ich auf 50 cm herauf gesetzt). Wie erwartet lag dann kurz darauf ein 54er Zander vor mir im Kies. Ich war sehr zufrieden und machte eine weitere Kerbe in mein "Holz". Es folgte die ├╝bliche Zigarette und ein Schluck Bier, ich hatte es mir verdient. Dann ging es weiter. Wo Einer ist, da k├Ânnte auch ein Zweiter sein. Aber es tat sich nichts mehr. Pause einlegen, Twisterfarbe und -gr├Â├če ├Ąndern und ein bisschen am Ufer st├Âbern. Am Rheinufer gibt es immer was zu finden. Ich hatte mittlerweile einen 10 cm Gummifisch montiert und freundete mich bereits damit an, dass es bei dem einen Zander bleiben wird.



Doch pl├Âtzlich einen gewaltigen Schlag in meine Angelrute. Mit einem steten Schnurren gab die Spulenbremse die Schnur frei, Meter um Meter. Es gab kein Halten mehr und das meine ich so. Ich konnte lediglich meine Angel fest umklammern, denn mein Gegen├╝ber wollte alles, nur nicht ans Ufer. Den Fluchten und Schl├Ągen nach zu urteilen war mir schnell klar, dass da kein Zander angebissen hatte. Ich tippte auf einen gro├čen Hecht und zwar einem sehr Gro├čen. Es kamen mir auch schnell Zweifel, ob ich ihn ├╝berhaupt landen konnte und hoffte darum, ihn wenigsten einmal sehen zu k├Ânnen.
Die Zeit verging und ich hatte meine liebe M├╝he den Fisch aus der Str├Âmung in ruhigeres Wasser zu f├╝hren. Wobei ich sagen muss, die ersten 10 Minuten hat eindeutig der Fisch gef├╝hrt und ich durfte nur hoffen und beten. Ich hatte keine Zeit, auf die Uhr zu schauen, aber nach gesch├Ątzten 20 Min. sah ich im ruhigerem Wasser dann zum ersten Mal in ca. 15 m Entfernung die ersten Wellen an der Oberfl├Ąche.

Das ist der gr├Â├čte Hecht im ganzen Rhein, dachte ich, nein f├╝r einen Hecht schl├Ągt er zu sehr, etwa doch ein Zander? Ich wollte ihn wenigstens einmal sehen. Die Bremse etwas l├Âsen sonst ist er weg. Er nahm das dankend an und ruckzuck waren wieder 60 / 80 m Schnur von der Rolle. Meine Arme taten schon weh und die Beine zitterten. Wenigstens einmal sehen wollte ich ihn. Wenn nur mein "Ger├Ąt" mitspielt und alles h├Ąlt.

Nach weiteren beherzten Fluchten wurde mein Gegen├╝ber nun doch langsam m├╝de. M├╝der als ich, und so konnte ich Meter f├╝r Meter Schnur zur├╝ckerobern.

Dann sah ich ihn zum ersten mal........... Wahnsinn. Die Beine zitterten jetzt erst richtig und die Knie wurden weich. Schnell die Bremse etwas l├Âsen, nur keinen Fehler machen, du hast alle Zeit der Welt dachte ich.

Jetzt da ich mein Gegen├╝ber erkannt hatte wurde ich vorsichtiger. Zentimeter um Zentimeter zog ich Schnur ein und es wurden Meter daraus. Als ich den Fisch dann zum ersten mal im knietiefen Wasser hatte begannen die ersten Probleme. Ich war ganz alleine auf weiter Flur und noch niemals zuvor hatte ich einen Wels gelandet. Meine diesbez├╝glichen Kenntnisse basierten lediglich auf ein paar Videos die ich im Internet gesehen hatte. Diesem Tier ins Maul fassen, im Leben nicht. Schon gar nicht ohne Handschuh. Ich entschied mich f├╝r meinen viel zu kleinen Unterfangkescher und musste schnell feststellen, das es keinen Zweck hatte.

Schei..., ich bin ganz allein und was jetzt? Die Pause hatte auch der Wels genutzt um sich etwas zu erholen, er gab jetzt erneut Gas und wollte ins Freiwasser. Also das ganze noch ein Mal, aber nun mit besonders viel Gef├╝hl. Blo├č keine Hektik aufkommen lassen und blo├č keinen Fehler machen.

Dann kam mir eine Idee, wie ich den Brocken an Land bringen k├Ânnte. Die Kopfbedeckung, meine "Zanderfangm├╝tze", ohne die bin ich nie am Wasser und ist gewisserma├čen mein Maskottchen. Also runter vom Kopf mit dem K├Ąppi und als Handschuh benutzt. Mein Griff, zuerst vorsichtig, aber dann beherzt und fest. Im R├╝ckw├Ąrtsgang die B├Âschung hoch, weiter, nein noch ein bisschen weiter, hier sollte es reichen.

Mittlerweile sind etwa 45 Min. vergangen, seit dem Anbiss und nun liegt er vor mir, einfach R I E S I G.




Nachdem sich meine Aufregung ein wenig gelegt hatte die n├Ąchsten Probleme. Eigentlich esse ich die Fische die ich fange. Fische angeln und dann wieder zur├╝cksetzen ist in meinen Augen nicht der Sinn des Angelns. (neues Thema ?!?).

* Aber was mache ich mit diesem Prachtburschen?

* Wieder freilassen oder kommt er mit nach Hause?

* Wird mir jemand diese Geschichte jemals glauben?

* Wenn ich ihn t├Âte, was mache ich dann mit ihm?

* ... und wie bekomme ich ihn ins Auto? Der Wagen steht gut zwei Kilometer weiter entfernt auf dem Parkplatz. Ich hatte schon Probleme den Fisch aus dem Wasser ans Ufer zu ziehen.

* Wie soll ich es bis zum Auto schaffen und das zusammen mit den Angelklamotten? Zudem ich war in Wathose unterwegs.

* Was mache ich dann daheim mit meinem Fang?

* Kann ich einen solchen Fisch ├╝berhaupt fachgerecht zerlegen und weiterverwerten?

* Reicht der Platz im Gefrierschrank?



Da gingen mir schon eine Menge Fragen durch den Kopf.



Ich kann nun wirklich nicht sagen, was den Ausschlag gab und ob es richtig war, aber ich habe meinen Rekordfang mitgenommen. Mein Schlagholz war zum Bet├Ąuben viel zu winzig, also musste ein gro├čer Kiesel aushelfen. F├╝r den waidgerechten Herzstich reichte dann aber mein kleines Taschenmesser.



Alle weiteren logistische Problemen waren auch schnell ausr├Ąumen. Per Handy konnte ich meinen Schwager erreichen, der dann auch nach einer Stunde eintraf und mir beim Schleppen half. In der Zwischenzeit hatte ich bereits meine Frau kontaktierte und k├╝ndigte ihr erh├Âhten Platzbedarf im Gefrierschrank an.

Zu Hause dann die ganze Wahrheit. Mein Wels brachte bei sagenhafte 178 cm 48 kg auf die Waage.



Jetzt, so im nachhinein, stellte sich mir doch die Frage:

War dass bereits der Fisch meines Lebens?

..... oder folgen noch weitere kapitale Waller?

Fest steht f├╝r mich jedenfalls:

Ganz unabh├Ąngig von Gr├Â├če und Gewicht des vielleicht n├Ąchsten dicken Brocken, dieses Fanges bleibt f├╝r mich ein einmaliges Erlebnis.



┬ę HWi P03G (200cool

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